1916, Christiania (Oslo) — 1943, KL Auschwitz-Birkenau

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Biographie

Ida Rottmann war Schriftstellerin und Schauspielerin. In ihrem autobiographischen Erzählungsband beschreibt sie die Mühen, die sie als Schauspielerin zu bewältigen hatte, die aus der Arbeiterklasse stammte.

Im Jahr 1916 wurde sie in Christiania (heute Oslo) als erstes Kind eines aus Litauen stammenden jüdischen Paares, Sara Schiffer-Ganz und Max Wulff Rottmann, geboren. Als Ida ein Jahr alt war, wurde ihr jüngere Bruder, Leopold, in derselben Stadt geboren. Die Eltern von Ida und Leopold ließen sich bald darauf scheiden und die Kinder wuchsen bei ihrer Mutter und den Großeltern in einem armen Arbeiterviertel auf. Ida träumte davon, Schauspielerin zu werden. Als sie 18 Jahre alt war, begann sie am Nationaltheater Oslo zu lernen und zu arbeiten.

Drei Jahre lang, von 1934 bis 1937, machte Ida Rottmann ihre Ausbildung am prestigeträchtigsten Theater in Oslo. Im letzten Jahr spielte sie drei kleine Rollen – u.a. im König (Kongen) von Bjørnstjerne Bjørnson und in der Niederlage (Nederlaget) von Nordahl Grieg. Im selben Jahr trat sie auch in drei Filmen auf. Neben einer Rolle in der Verfilmung der Erzählung Fant von Gabriel Scott spielte sie auch in zwei Filmen mit, die von der norwegischen Gewerkschaft und der Arbeiterbewegung unterstützt und finanziert wurden. Aber Ida hatte größere Ambitionen. Im Frühjahr 1939 mietete sie – auf eigene Initiative – den Prachtsaal der Universität Oslo an, um das schwierige Stück von Bernhard Shaw Die heilige Johanna zu präsentieren. Ihr Auftritt rief gemischte Reaktionen hervor und war ihr letzten Bühnenauftritt als Schauspielerin.

Nachdem sie sich aus Film und Theater zurückgezogen hatte, gab Ida im Herbst 1939 einen autobiographischen Band mit Erzählungen heraus, mit dem Titel Die größte Kunst ist es, auf eigenen Beinen zu stehen (Største kunsten dog på egne ben å stå). Sie befasste sich darin u.a. mit dem Thema der Macht und der Generationenkonflikte am Nationaltheater sowie der Entfremdung, die sie am Theater als aus der Arbeiterklasse stammende Studentin erlebt hatte.

Sechs Monate später wurde Norwegen von den Nationalsozialisten besetzt. Als Ida Rottmann Anfang 1943 den Fragebogen für Juden ausfüllte, der von mit den Nazis kollaborierendem Regime herausgegeben wurde, arbeitete sie angeblich als Büroangestellte. Bei „Beruf“ trug sie allerdings „Schauspielerin“ ein. Im August desselben Jahres heiratet Ida den norwegischen Juden Elias Gorvitz. Drei Monate später wurden beide auf dem Schiff SS Donau deportiert. Ida kam kurz nach ihrer Ankunft in Auschwitz in der Gaskammer ums Leben. Sie war 26 Jahre alt und im sechsten Monat schwanger.

In bearbeitung

Ida Rottmann war Schriftstellerin und Schauspielerin. In ihrem autobiographischen Erzählungsband beschreibt sie die Mühen, die sie als Schauspielerin zu bewältigen hatte, die aus der Arbeiterklasse stammte.

Im Jahr 1916 wurde sie in Christiania (heute Oslo) als erstes Kind eines aus Litauen stammenden jüdischen Paares, Sara Schiffer-Ganz und Max Wulff Rottmann, geboren. Als Ida ein Jahr alt war, wurde ihr jüngere Bruder, Leopold, in derselben Stadt geboren. Die Eltern von Ida und Leopold ließen sich bald darauf scheiden und die Kinder wuchsen bei ihrer Mutter und den Großeltern in einem armen Arbeiterviertel auf. Ida träumte davon, Schauspielerin zu werden. Als sie 18 Jahre alt war, begann sie am Nationaltheater Oslo zu lernen und zu arbeiten.

Drei Jahre lang, von 1934 bis 1937, machte Ida Rottmann ihre Ausbildung am prestigeträchtigsten Theater in Oslo. Im letzten Jahr spielte sie drei kleine Rollen – u.a. im König (Kongen) von Bjørnstjerne Bjørnson und in der Niederlage (Nederlaget) von Nordahl Grieg. Im selben Jahr trat sie auch in drei Filmen auf. Neben einer Rolle in der Verfilmung der Erzählung Fant von Gabriel Scott spielte sie auch in zwei Filmen mit, die von der norwegischen Gewerkschaft und der Arbeiterbewegung unterstützt und finanziert wurden. Aber Ida hatte größere Ambitionen. Im Frühjahr 1939 mietete sie – auf eigene Initiative – den Prachtsaal der Universität Oslo an, um das schwierige Stück von Bernhard Shaw Die heilige Johanna zu präsentieren. Ihr Auftritt rief gemischte Reaktionen hervor und war ihr letzten Bühnenauftritt als Schauspielerin.

Nachdem sie sich aus Film und Theater zurückgezogen hatte, gab Ida im Herbst 1939 einen autobiographischen Band mit Erzählungen heraus, mit dem Titel Die größte Kunst ist es, auf eigenen Beinen zu stehen (Største kunsten dog på egne ben å stå). Sie befasste sich darin u.a. mit dem Thema der Macht und der Generationenkonflikte am Nationaltheater sowie der Entfremdung, die sie am Theater als aus der Arbeiterklasse stammende Studentin erlebt hatte.

Sechs Monate später wurde Norwegen von den Nationalsozialisten besetzt. Als Ida Rottmann Anfang 1943 den Fragebogen für Juden ausfüllte, der von mit den Nazis kollaborierendem Regime herausgegeben wurde, arbeitete sie angeblich als Büroangestellte. Bei „Beruf“ trug sie allerdings „Schauspielerin“ ein. Im August desselben Jahres heiratet Ida den norwegischen Juden Elias Gorvitz. Drei Monate später wurden beide auf dem Schiff SS Donau deportiert. Ida kam kurz nach ihrer Ankunft in Auschwitz in der Gaskammer ums Leben. Sie war 26 Jahre alt und im sechsten Monat schwanger.

1916, Christiania (Oslo) — 1943, KL Auschwitz-Birkenau

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