21 I 1897, Teplitz-Schönau (Tschechien) — X 1944, KL Auschwitz-Birkenau
Kabarettkünstler und Dramenschreiber. Im Ghetto Theresienstadt schrieb er satirische Texte und trat im Kabarett auf.
Er war der Sohn des Komponisten Oscar Straus und der Geigerin und Konzertmeisterin Helene Neumann (die unter dem Künstlernamen Nelly Irmen auftrat). An der Universität Wien studierte er Jura und erlangte 1920 den Doktortitel. Anfangs arbeitete er im Bankensektor, später als Dramaturg und Verwaltungsdirektor u.a. des Wiener Kammerorchesters. Er schrieb Texte für verschiedene Revuen, darunter das Libretto zur Revue, die von seinem Bruder Erwin verfasst wurde: Der Tanzende Shylock: Revue um jeden Preis in zwei Teilen . Seine Ehefrau war Myra Gruhenberg, Journalistin, Schriftstellerin und Liedermacherin.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurden die Werke von Leo und Myra verboten. Beim Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 wurden beide als Juden entlassen und wegen ihrer jüdischen Herkunft erhielten sie Berufsverbot.
Leo und Myra wurden am 1. Oktober 1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Beide engagierten sich für das kulturelle Leben des Lagers. Leo wurde Conferéncier im Kabarett „Straus-Brettl”. Dort schrieb er u.a. den satirischen Text Die Stadt Als-Ob. Auch Myra trat im Kabarett auf. Leo und Myra wurden am 12. Oktober 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie umgebracht wurden.
Als-Ob
Text: Leo Straus
Musik: Alexander Steinbrecher
Arr./ Gitarre: Ronen Nissan
Gesang: Bente Kahan
Violine: Marcin Markowicz, Malwina Kotz
Viola: Marzena Malinowska
Cello: Jan Skopowski
Kontrabass: Paulina Rosłaniec
Als-Ob
Theresienstädter Fragen
Text: Leo Straus
Musik: Unbekannt
Arr./ Gitarre: Ronen Nissan
Gesang: Bente Kahan
Violine: Marcin Markowicz, Malwina Kotz
Viola: Marzena Malinowska
Cello: Jan Skopowski
Kontrabass: Paulina Rosłaniec
Theresienstädter Fragen
Ich bitte nicht lachen